Lesebericht 2003:
Lesebeginn
Leseabschluß mit einer TBA vom Heiligenstein
Die Lese hat bei uns schwungvoll, recht zeitlich eingesetzt, damals hatten wir während des Tages noch mit recht warmen Außentemperaturen zu kämpfen. Durch die doch sehr stark gefallenen Temperaturen, vor allem während der Nächte, wurde die Schale dicker geformt und damit die Aromastoffe besonders ausgeprägt, die bei uns vor allem beim Grünen Veltliner und Riesling essentiell sind.
Der erste Trend 2003 lässt sich bereits aus den Trauben und den teilweise fertiggegorenen Rohdiamanten ablesen:
Der natürliche Zuckergehalt in den Trauben war heuer geringfügig höher als 2001 und 2002. Das Angenehme dabei ist ein natürlicher Säuregehalt der grundsätzlich ein bisschen über dem Niveau von 2000, jedoch unter 2001 liegt. Die Jungweine zeigen sich korpulent und dicht und auch sehr cremig. Wir erwarten einen relativ rasch antrinkbaren Jahrgang, der auch aufgrund seiner dichten Struktur sehr langlebig sein wird.
Die klassischen Veltliner-Lagen Steinhaus und Loiserberg wurden schon vor einigen Wochen geerntet, und die Weine beginnen sich auch schon zu klären. Der GV Spiegel wurde erst gestern mit 21° KMW gelesen und verspricht heuer wieder eine unglaubliche Dichte und Fülle 1/3 vom Wein wird in Alliereiche zu 300 Liter vergären und reifen, um eine harmonische Stütze und Balance durch die Tannine des Holzes zu erreichen. Die Roten sind insgesamt unglaublich dicht mit sehr intensiven Farbstoffen. Der Zweigelt wurde schon Anfang Oktober gelesen, die Trauben für die Rotspon Reserve - Blauburgunder, Zweigelt und Merlot - ernteten wir vor zwei Wochen, die Gärung auf der Maische ist jetzt abgeschlossen. Als nächstes wird dann die malolaktische Gärung noch im Edelstahl anschließen, bevor die traditionelle Cuvée im Barrique für voraussichtlich 14 Monate reifen wird. Der Riesling Heiligenstein (Kabinett) wurde auch vor zwei Wochen gelesen und ist in der abklingenden Gärphase. Die Reserve von dieser einzigartigen Rieslinglage konnten wir am 27. Oktober, ohne Botrytis, in den Keller bringen dementsprechend hoch sind heuer unsere Erwartungen. Die botrytisbefallenen Beeren haben wir durch mehrmalige Durchgänge noch am Stock strengstens selektioniert, womit wir heuer eine TBA vom Heiligenstein mit grandiosen 38° KMW erreichten. Diese Rieslingessenz wird allerdings wegen ihrer hohen natürlichen Zuckerkonzentration nur sehr langsam und schleppend vergären und dadurch bis ins Frühjahr mit Hefe in Kontakt sein.
30. Oktober 2003
Foto: Sommelier Shuhet Tsutsumi aus Japan zuGast bei der Selektion für die TBA Heiligenstein.
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